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SingLiesel-Advents-Geschichten - Das 13. Türchen

Max und Sebastian - Eine nostalgische Lausbuben-Geschichte in 24 Streichen
SingLiesel-Adventsgeschichten - Das 13. Türchen

Kurze statt lange Hosen

Auch an diesem Tag trafen sich Max und Sebastian bei der Bank hinter dem Schuppen. Es war ein ungewöhnlich warmer Dezembertag, so warm, dass Hedwig, die Mutter der beiden, die Hosen der Buben draußen auf der Wäscheleine hatte aufhängen können; sie trockneten jetzt in der Wintersonne. „Erinnerst du dich an den Geburtstag von Opa Wilhelm?“, fragte Max bei dem Anblick der Hosen.
Sebastian grinste. An diesem Tag hatte sich das Sprichwort: „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“ bewahrheitet.

Die beiden Buben hatten sich an jenem Morgen etwas gelangweilt und hatten angefangen, sich mit einer staubigen Schachtel zu beschäftigen, in der die Mutter einige nützliche Dinge für den Haushalt aufbewahrte, ein Knäuel abgewetzter Wäscheleine zum Beispiel, Blumendraht oder eine Ersatz-Tülle für die Gießkanne. Auch Klebeband fand sich in der Schachtel. Das durchsichtige Klebeband gefiel den Jungen besonders; sie steckten es ein und befestigten ein wenig später einen großen Streifen davon unter dem Wasserhahn in der Waschküche.
Als die Mutter kurz darauf in die Waschküche kam, und den Wasserhahn aufdrehte, sprühte das Wasser durch die gesamte Waschküche. "Ojemine!" rief Hedwig aus.
Nicht nur ihr gutes Kleid, auch die frisch gewaschenen langen Sonntagshosen, die sie zuvor aus einem Stapel frisch gewaschener Wäsche gegriffen hatte, waren mit einem Mal pitschnass. Die langen Sonntagshosen sollten Max und Sebastian zum Geburtstagsfest bei Opa Wilhelm anziehen, achtzig Jahre wurde er und dazu stand eine schöne Familienfeier an. Was sollte sie jetzt tun?
Kurzerhand entschied Hedwig, dass die Buben stattdessen kurze Hosen mit Strumpfhosen tragen sollten, keine Widerrede!

Da hatten sich Max und Sebastian nun selbst reingelegt! Kurze Hosen mit Strumpfhosen, wie sah das denn aus... Sie konnten ihre Cousinen nahezu schon kichern hören. Für Strumpfhosen fühlten sie sich nun wirklich zu groß, und in diesem albernen Aufzug genierten sie sich erst einmal gewaltig. Bloß in kurzen Hosen zu kommen, wäre im späten Herbst aber in der Tat zu kalt gewesen, das hätte die Mutter niemals erlaubt. Alle anderen Verwandten lachten, als die beiden als Einzige wie kleine Kinder, die gerade dem Sandkasten entstiegen waren, in ihren kurzen Hosen dastanden, während alle anderen lange Hosen trugen. Noch viele Male wurde diese Geschichte in der Familie weitererzählt.

Für diesen Streich, meinte Max heute, hätten sie selbst eine Wiedergutmachung verdient! Sebastian pflichtete ihm bei, und gemeinsam gingen sie nach der Schule zur Kolonialwarenhandlung Schmidt. "Was darf´s sein, Ihr beiden? Wie immer?" der freundliche Herr Schmidt zwinkerte, er kannte seine Pappenheimer und Leckermäuler! Sebastian und Max nickten, und es lief ihnen schon das Wasser im Munde zusammen, als Herr Schmidt jedem von ihnen einen dunkelbraun glänzenden Schokokringel in die Hand drückte. Max kramte in seinen Hosentaschen vom Taschengeld exakt die paar Pfennige zusammen und legte sie in das Schälchen auf der Theke. "Danke schön!", und beim Hinausgehen bimmelte erneut die Ladenglocke.  
Die Schokokringel schmeckten, wie immer, köstlich. Um so mehr, da sie heute der eigene Trost für die peinliche Hosengeschichte waren!

Damit hatten Max und Sebastian – nicht ganz uneigennützig – ein weiteres Mal ein Leuchten in die Adventszeit gebracht.

 

Die SingLiesel-Adventsgeschichten als Vorlese-Stunde im Video:
https://www.facebook.com/singliesel/
(vorgelesen von Annette Röser und Bernd Gnann)
Die SingLiesel-Adventsgeschichten auf YouTube - Türchen 13

 

Nach: Max und Sebastian, Der Brühwürfel im Duschkopf und weitere lustige Streiche, SingLiesel-Verlag 

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