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SingLiesel-Advents-Geschichten - Das 19. Türchen

Max und Sebastian - Eine nostalgische Lausbuben-Geschichte in 24 Streichen
SingLiesel-Adventsgeschichten - Das 19. Türchen

Bockshornkleesamen

Als Max und Sebastian heute zu der Bank hinter dem Schuppen kamen, entdeckten sie dort eine Zeitung. Wahrscheinlich hatte der Vater sie da liegenlassen und der Wind spielte jetzt mit ihr, er blätterte sie auf und wieder zu. Über einem der Artikel stand als Überschrift „Bockshornkleesamen lässt Haare wachsen“. Sofort mussten die beiden wieder an den Herrn Kaminski denken, dem sie in diesem Jahr auch einige Streiche gespielt hatten. Er wohnte im Nachbarhaus im Souterrain. Der arme Helmut Kaminski war sogar oft Opfer der Streiche der Jungen geworden. Und bei einem dieser Streiche hatten seine immer spärlicher werdenden Haare eine Rolle gespielt.
Max und Sebastian hatten an jenem Tag die Klinke der Haustüre des Nachbarhauses mit Honig beschmiert. Kaminski hatte soeben die Haustür aufgeschlossen und nach der Türklinke gegriffen, als eine heftige Windböe durch seine Haare fuhr. Instinktiv griff sich Kaminski an den Kopf und strich die spärlichen Haare, die er kunstvoll über seine Glatze drapiert hatte, zurecht. Erst da bemerkte er die klebrige Masse an seiner Hand. Durch den Honig standen die Haare nun wild in alle Himmelsrichtungen ab. Jeder weitere Versuch Kaminskis, die Haare wieder zu glätten, führte zu einem katastrophaleren Ergebnis. Am Ende sah es aus, als ob Kaminski in eine Steckdose gegriffen hätte. Zu allem Überfluss lockte der süße Duft einige Bienen an, die Kaminski verscheuchen wollte. Dabei stach ihn eine Biene direkt in die große kahle Stelle auf seinem Kopf. Sofort wuchs ein großes Ei auf der Glatze und brachte sie noch deutlicher zum Vorschein, denn mit dieser Schwellung ließ die Glatze sich auch durch noch so viel Frisierkunst nicht mehr verstecken!

Noch heute konnten die Buben vor Lachen kaum an sich halten, wenn sie an die Szene dachten. Bisher hatten sie nicht daran gedacht, diesen Streich wieder gut zu machen, wie auch? Durch den Artikel in der Zeitung, der Bockshornkleesamen als Haarwuchsmittel empfahl, kam ihnen eine tolle Idee, wie sie selbst fanden: mit einem selbst gebrauten Haarwasser wollten sie Helmut Kaminski um Verzeihung bitten!
Schnell rannten die Buben zu ihrer Großmutter. Sie waren sicher, dass sie dort Bockshornkleesamen finden konnten, da ihre Großmutter im Ruf einer erfahrenen „Kräuterfrau“ stand. Tatsächlich, für ihre Oma war Bockhornkleesamen keine Seltenheit, sie hatte genügend davon in ihren Kräutervorräten, die sie in allen möglichen Gläsern, Tiegeln und Beutelchen aufbewahrte. Die Großmutter half ihnen, den Samen zu rösten und zu mahlen und anschließend einen Sud aufzusetzen. Am Ende füllten die beiden Buben die Flüssigkeit in eine Glasflasche, die sie mit ihrer krakeligen Schrift beschrifteten. „Bockshornkleesamen“ und „Haarwasser“ war nun dort zu lesen. Sebastian band noch eine violette Schleife um den Flaschenhals.
Auf leisen Sohlen stellten sie nun die kleine Flasche vor die Wohnungstür von Herrn Kaminski. Max drehte die Flasche extra so herum, dass Helmut Kaminski gleich lesen konnte, was drauf stand.
Als die beiden Buben am nächsten Tag zur Schule gingen, beobachteten sie, wie sich Herr Kaminski nach seiner Morgengymnastik am offenen Fenster das Haarwasser in die Haare rieb. Und weil er so vergnügt dreinblickte, sah es fast aus, als ob er schon wieder dichteres Haar bekommen hätte!

Wieder einmal hatten die beiden Buben ein Leuchten in die Adventszeit gebracht.

 

Die SingLiesel-Adventsgeschichten als Vorlese-Stunde im Video:
https://www.facebook.com/singliesel/
(vorgelesen von Annette Röser und Bernd Gnann)

 

Nach: Max und Sebastian, Der Brühwürfel im Duschkopf und weitere lustige Streiche, SingLiesel-Verlag 

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