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Empfehlungen zum Alltag mit Demenz

Kapitel 1: Demenz - was bedeutet das eigentlich?

Kapitel 2: Leben mit Demenz
- Demenz, Alzheimer - Was kann ich tun?
- Für Angehörige: Menschen mit Demenz besser verstehen
- Empfehlungen für den Umgang mit Menschen mit Demenz
- Empfehlungen zum Alltag mit Demenz
- Dem Leben immer wieder eine Chance geben
- Leben mit Demenz: 10 Ratschläge für Angehörige

Kapitel 3: Hilfe und Unterstützung
Kapitel 4: Finanzielles
Kapitel 5: Rechtliches

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Der Alltag mit Menschen mit Demenz bringt im Verlauf der Erkrankung zahlreiche neue Herausforderungen. Um Betroffenen und Angehörigen den Alltag mit Demenz zu erleichtern, reichen oft kleine Maßnahmen.

Gestaltung der häuslichen Wohnumgebung

•    Vertrautheit erhalten: Die eigenen vier Wände sind in der Regel unser vertrautestes Lebensumfeld. Menschen mit Demenz finden sich dort noch am längstem selbst zurecht. Sie sollten deshalb keine großen Veränderungen vornehmen, wenn diese nicht notwendig sind. 

•    Orientierung ermöglichen: Ziel ist es, dass Ihr Angehöriger sich möglichst selbstständig in der Wohnung oder im Haus bewegen kann, ohne sich zu verirren oder in Verwirrung zu geraten. Dies lässt sich fördern, indem Wege gut beleuchtet und frei von Hindernissen sind. Auch durch das Anbringen von Symbolen können Sie die Orientierung unterstützen.

•    Barrieren beseitigen: Manchmal gibt es im häuslichen Umfeld Dinge, die erst durch die Demenz zu einem Problem werden können: eine irritierende Tapete, eine Teppichkante, deren Existenz jemand im Verlauf der Demenz vergessen hat, usw. Häufig fallen solche Barrieren gar nicht auf. Gute Hilfestellung können Ihnen hier spezialisierte Wohnberatungen geben, wie es Sie in vielen Regionen mittlerweile gibt.

Gestaltung des Alltags

•    Tagesstruktur: Für viele Menschen mit Demenz ist eine gleichbleibende Tagesstruktur wichtig, die sich an ihrem gewohnten Tagesrhythmus orientiert. Hilfreich ist dabei ein Wechsel zwischen aktiven Phasen und Ruhephasen. 

•    Essen und Trinken: Der Genuss von Speisen und Getränken gehört zu den wichtigen positiven Alltagssituationen, die selbst bei schwerer Demenz noch möglich sind. Und das gemeinsame Beisammensitzen am Tisch ist auch eine wichtige Erfahrung von Gemeinschaft.


Damit Ihr Angehöriger so lange wie möglich selbständig essen kann, achten Sie darauf, dass er nicht durch ein Zuviel an Geschirr, Besteck oder Speisen durcheinander kommt.
Und wenn der Umgang mit Gabel und Löffel nicht mehr möglich ist, überlegen Sie, was Sie ihm anbieten können, das er mit den Fingern essen kann.  Ernährungsvorlieben können sich im Laufe einer Demenz verändern.
Wenn ihr Angehöriger nicht mehr ausreichend isst oder trinkt, oder wenn beispielsweise Schluckstörungen auftreten, lassen Sie sich beraten. 

•    Alltagsaktivitäten: Etwas tun zu können, gibt dem eigenen Leben Sinn und Halt. Auch bei Demenz bleibt dieses Bedürfnis häufig noch lange erhalten. Überlegen Sie, womit Ihr Angehöriger sich beschäftigen kann. Damit ihr Angehöriger selbst Beschäftigungen finden kann, ist es sinnvoll, dass die entsprechenden Materialien offen daliegen.

•    Bei der Planung des Tages: Beachten Sie die Tagesform Ihres Angehörigen. Häufig sind Menschen mit Demenz am Vormittag belastbarer, während am Nachmittag die Kräfte nachlassen. In diesem Fall sollten Sie Aktivitäten, die für Ihren Angehörigen anstrengend sind, eher vormittags durchführen, damit es nicht zu Überforderung kommt.

Körperpflege, Toilette und Ankleiden

Im Verlauf der Demenz benötigen betroffene Personen ab einem gewissen Punkt auch Hilfe bei der Körperpflege. Wenn dies eintritt, ist es oft für Betroffene wie für Angehörige eine schwierige Situation: Es bedeutet, dass ein Anderer in die Intimsphäre des Menschen mit Demenz eindringt. Deshalb lehnen Betroffene diese Hilfe zu Beginn häufig ab -  zumal häufig aufgrund der einschränkten Urteilsfähigkeit nicht die Notwendigkeit gesehen wird, sich jetzt zu waschen, oder jemand der Meinung ist, dies habe er bereits getan.
Oft entlastet es die Beziehung zwischen Menschen mit Demenz und Angehörigen, wenn die Körperpflege von einem Pflegedienst übernommen wird. Scheuen Sie sich nicht, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie die Körperpflege als schwierig erleben.

Wenn Sie Ihren Angehörigen mit Demenz bei der Körperpflege unterstützen:

•    Lassen Sie den Menschen mit Demenz so viel wie möglich selbst tun. Am Anfang reicht es oft aus, das jeweilige Utensil (Kamm, Zahnbürste, Seife) anzureichen, um Orientierung zu geben, was als nächstes zu tun ist.

•    Achten Sie auf eine angenehme Raumtemperatur im Bad.

•    Behalten Sie bei der Körperpflege die Reihenfolge bei, die der Betroffene gewohnt ist. Die Vorlieben des Betroffenen und Gewohnheiten Ihres Angehörigen bei der Körperpflege sollten Sie unbedingt beachten.

•    Passen Sie Ihre Hilfe dem Tempo des Menschen mit Demenz an. Auch wenn es dann länger dauert: ein zu rasches Tempo überfordert Ihren Angehörigen und führt zu Stress.
•    Erklären Sie in einfachen Worten Ihre jeweiligen Handgriffe. So kann Ihr Angehörigen sich darauf einstellen.

•    Achten Sie auf die Reaktionen Ihres Angehörigen: Was wird als angenehm empfunden, was scheint unangenehm zu sein?

•    Überlegen Sie: Wie kann das Baden oder die Körperpflege für Ihren Angehörigen zu einem positiven Erlebnis werden? (Beispiele: Rückeneinreibung mit einem wohlreichenden Öl, Lieblingsmusik Ihres Angehörigen)

•    Informieren Sie sich, welche Hilfsmittel (Handlauf, Toilettenaufsatz, rutschfeste Matte u.a.) die Pflegesituation erleichtern und sicherer machen können.

Schwierigkeiten beim Ankleiden

Typische Schwierigkeiten beim Ankleiden sind: die Kleidung in der richtigen Reihenfolge anzuziehen, und das Zurechtkommen mit Knöpfen und anderen Kleiderverschlüssen. Wie bei der Körperpflege, so sollten Sie bei Hilfestellungen zum Ankleiden darauf achten, dem Menschen mit Demenz nicht zu viel abzunehmen. Sie können den Betroffenen in seiner Selbständigkeit unterstützen, indem Sie…

•    die Kleidungsstücke schon in der richtigen Reihenfolge bereit legen

•    gegebenenfalls Verschlüsse ändern lassen (z.B. Reiß- oder Klettverschluss statt Knopf)

•    Möglichkeiten schaffen, die es  Ihrem Angehörigen ermöglichen, seine Kleidung selbst auszuwählen. Hilfreich kann hier sein, darauf zu achten, dass immer nur die Kleider zur Auswahl stehen, die jahreszeitlich passend sind

•    Vorlieben Ihres Angehörigen beachten. Warum sollten von einem Lieblingskleidungsstück nicht mehrere Exemplare vorhanden sein?
Denken Sie immer auch daran, dass Kleidung mehr ist als das Bedecken des Körpers: Helfen Sie Ihrem Angehörigen, sich schön zu kleiden, wenn er Wert darauf legt, und sparen Sie hier auch nicht mit Ermutigung oder Komplimenten.

Oft verschwiegen: Inkontinenz

Der Verlust der Kontrolle über Urin- und Stuhlausscheidung gehört zu den Symptomen der fortgeschrittenen Demenz. Wenn es bereits früher zu Problemen kommt, sollten Sie auf folgendes achten:

•    Stellen Sie sicher, dass die Toilette für Ihren Angehörigen jederzeit gut zu finden ist. Eine scheinbare Inkontinenz kann ihre Ursache darin haben, dass der Mensch mit Demenz das „stille Örtchen“ einfach nicht rechtzeitig erreicht.

•    Prüfen Sie, ob Ihr Angehöriger problemlos die entsprechenden Kleidungsverschlüsse öffnen kann.

•    Erinnern Sie Ihren Angehörigen ggf. daran, auf die Toilette zu gehen, oder fügen Sie regelmäßige Toilettengänge in den Tagesablauf ein.

•    Achten Sie auch auf bestimmte Verhaltenszeichen wie Unruhe oder Nesteln an der Kleidung: Diese können ein Hinweis darauf sein, dass der Mensch mit Demenz ein dringendes Bedürfnis verspürt, dies aber nicht mehr richtig einordnen kann.

Sollte die Inkontinenz trotzdem weiter bestehen, konsultieren Sie den Arzt. Er wird abklären, ob die Situation eine Folge der Demenz ist oder ob ein anderes medizinisches Problem besteht. Vom Arzt erhält man auch das Rezept für die benötigten Inkontinenzmaterialien.

Miteinander unterwegs

Einen Großteil unseres Lebens verbringen wir außer Haus. Im Alter oder bei Demenz kann das Unterwegssein mühsam werden. Natürlich macht es keinen Sinn, Ihren Angehörigen zu zwingen, nach draußen zu gehen, wenn Sie wahrnehmen, dass dies ihm keine Freude bereitet. Aber gleichzeitig gilt: Nur noch zu Hause zu bleiben, ist eine große Verarmung des Alltags. Und es gibt keinen Grund, warum nicht auch Menschen mit Demenz weiterhin am öffentlichen Leben teilnehmen können.

In der Öffentlichkeit sind es häufig die Reaktionen der anderen, die Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen entmutigen und ihnen jede Lust nehmen, etwas zu unternehmen: Die Blicke und die Bemerkungen hinter vorgehaltener Hand in Situationen, in denen sich der Mensch mit Demenz nicht so verhält, wie es gesellschaftlichen Regeln entspricht.

Soweit es möglich ist, legen Sie sich hier ein dickes Fell zu. „Die anderen müssen das eben ertragen!“ sagte der Ehemann einer demenzkranken Dame, die im Restaurant begann, mit den Fingern zu essen. Ein wichtiges Element einer demenzfreundlichen Gesellschaft ist die Toleranz, und die müssen viele Menschen noch lernen.

Um sich selbst und Ihren Angehörigen zu schützen, können Sie etwas tun. Indem Sie zum Beispiel, wenn Sie unterwegs sind, noch weitere Begleitpersonen mitnehmen. Immer mehr werden auch spezielle Freizeitaktivitäten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen angeboten. In einer solchen Gruppe können Sie unterwegs sein, ohne sich Sorgen machen zu müssen. Fragen Sie gegebenenfalls in der örtlichen Beratungsstelle nach solchen Angeboten.

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Empfehlungen zum Alltag mit Demenz

Kapitel 1: Demenz - was bedeutet das eigentlich?

Kapitel 2: Leben mit Demenz
- Demenz, Alzheimer - Was kann ich tun?
- Für Angehörige: Menschen mit Demenz besser verstehen
- Empfehlungen für den Umgang mit Menschen mit Demenz
- Empfehlungen zum Alltag mit Demenz
- Dem Leben immer wieder eine Chance geben
- Leben mit Demenz: 10 Ratschläge für Angehörige

Kapitel 3: Hilfe und Unterstützung
Kapitel 4: Finanzielles
Kapitel 5: Rechtliches

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Der Alltag mit Menschen mit Demenz bringt im Verlauf der Erkrankung zahlreiche neue Herausforderungen. Um Betroffenen und Angehörigen den Alltag mit Demenz zu erleichtern, reichen oft kleine Maßnahmen.

Gestaltung der häuslichen Wohnumgebung

•    Vertrautheit erhalten: Die eigenen vier Wände sind in der Regel unser vertrautestes Lebensumfeld. Menschen mit Demenz finden sich dort noch am längstem selbst zurecht. Sie sollten deshalb keine großen Veränderungen vornehmen, wenn diese nicht notwendig sind. 

•    Orientierung ermöglichen: Ziel ist es, dass Ihr Angehöriger sich möglichst selbstständig in der Wohnung oder im Haus bewegen kann, ohne sich zu verirren oder in Verwirrung zu geraten. Dies lässt sich fördern, indem Wege gut beleuchtet und frei von Hindernissen sind. Auch durch das Anbringen von Symbolen können Sie die Orientierung unterstützen.

•    Barrieren beseitigen: Manchmal gibt es im häuslichen Umfeld Dinge, die erst durch die Demenz zu einem Problem werden können: eine irritierende Tapete, eine Teppichkante, deren Existenz jemand im Verlauf der Demenz vergessen hat, usw. Häufig fallen solche Barrieren gar nicht auf. Gute Hilfestellung können Ihnen hier spezialisierte Wohnberatungen geben, wie es Sie in vielen Regionen mittlerweile gibt.

Gestaltung des Alltags

•    Tagesstruktur: Für viele Menschen mit Demenz ist eine gleichbleibende Tagesstruktur wichtig, die sich an ihrem gewohnten Tagesrhythmus orientiert. Hilfreich ist dabei ein Wechsel zwischen aktiven Phasen und Ruhephasen. 

•    Essen und Trinken: Der Genuss von Speisen und Getränken gehört zu den wichtigen positiven Alltagssituationen, die selbst bei schwerer Demenz noch möglich sind. Und das gemeinsame Beisammensitzen am Tisch ist auch eine wichtige Erfahrung von Gemeinschaft.


Damit Ihr Angehöriger so lange wie möglich selbständig essen kann, achten Sie darauf, dass er nicht durch ein Zuviel an Geschirr, Besteck oder Speisen durcheinander kommt.
Und wenn der Umgang mit Gabel und Löffel nicht mehr möglich ist, überlegen Sie, was Sie ihm anbieten können, das er mit den Fingern essen kann.  Ernährungsvorlieben können sich im Laufe einer Demenz verändern.
Wenn ihr Angehöriger nicht mehr ausreichend isst oder trinkt, oder wenn beispielsweise Schluckstörungen auftreten, lassen Sie sich beraten. 

•    Alltagsaktivitäten: Etwas tun zu können, gibt dem eigenen Leben Sinn und Halt. Auch bei Demenz bleibt dieses Bedürfnis häufig noch lange erhalten. Überlegen Sie, womit Ihr Angehöriger sich beschäftigen kann. Damit ihr Angehöriger selbst Beschäftigungen finden kann, ist es sinnvoll, dass die entsprechenden Materialien offen daliegen.

•    Bei der Planung des Tages: Beachten Sie die Tagesform Ihres Angehörigen. Häufig sind Menschen mit Demenz am Vormittag belastbarer, während am Nachmittag die Kräfte nachlassen. In diesem Fall sollten Sie Aktivitäten, die für Ihren Angehörigen anstrengend sind, eher vormittags durchführen, damit es nicht zu Überforderung kommt.

Körperpflege, Toilette und Ankleiden

Im Verlauf der Demenz benötigen betroffene Personen ab einem gewissen Punkt auch Hilfe bei der Körperpflege. Wenn dies eintritt, ist es oft für Betroffene wie für Angehörige eine schwierige Situation: Es bedeutet, dass ein Anderer in die Intimsphäre des Menschen mit Demenz eindringt. Deshalb lehnen Betroffene diese Hilfe zu Beginn häufig ab -  zumal häufig aufgrund der einschränkten Urteilsfähigkeit nicht die Notwendigkeit gesehen wird, sich jetzt zu waschen, oder jemand der Meinung ist, dies habe er bereits getan.
Oft entlastet es die Beziehung zwischen Menschen mit Demenz und Angehörigen, wenn die Körperpflege von einem Pflegedienst übernommen wird. Scheuen Sie sich nicht, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie die Körperpflege als schwierig erleben.

Wenn Sie Ihren Angehörigen mit Demenz bei der Körperpflege unterstützen:

•    Lassen Sie den Menschen mit Demenz so viel wie möglich selbst tun. Am Anfang reicht es oft aus, das jeweilige Utensil (Kamm, Zahnbürste, Seife) anzureichen, um Orientierung zu geben, was als nächstes zu tun ist.

•    Achten Sie auf eine angenehme Raumtemperatur im Bad.

•    Behalten Sie bei der Körperpflege die Reihenfolge bei, die der Betroffene gewohnt ist. Die Vorlieben des Betroffenen und Gewohnheiten Ihres Angehörigen bei der Körperpflege sollten Sie unbedingt beachten.

•    Passen Sie Ihre Hilfe dem Tempo des Menschen mit Demenz an. Auch wenn es dann länger dauert: ein zu rasches Tempo überfordert Ihren Angehörigen und führt zu Stress.
•    Erklären Sie in einfachen Worten Ihre jeweiligen Handgriffe. So kann Ihr Angehörigen sich darauf einstellen.

•    Achten Sie auf die Reaktionen Ihres Angehörigen: Was wird als angenehm empfunden, was scheint unangenehm zu sein?

•    Überlegen Sie: Wie kann das Baden oder die Körperpflege für Ihren Angehörigen zu einem positiven Erlebnis werden? (Beispiele: Rückeneinreibung mit einem wohlreichenden Öl, Lieblingsmusik Ihres Angehörigen)

•    Informieren Sie sich, welche Hilfsmittel (Handlauf, Toilettenaufsatz, rutschfeste Matte u.a.) die Pflegesituation erleichtern und sicherer machen können.

Schwierigkeiten beim Ankleiden

Typische Schwierigkeiten beim Ankleiden sind: die Kleidung in der richtigen Reihenfolge anzuziehen, und das Zurechtkommen mit Knöpfen und anderen Kleiderverschlüssen. Wie bei der Körperpflege, so sollten Sie bei Hilfestellungen zum Ankleiden darauf achten, dem Menschen mit Demenz nicht zu viel abzunehmen. Sie können den Betroffenen in seiner Selbständigkeit unterstützen, indem Sie…

•    die Kleidungsstücke schon in der richtigen Reihenfolge bereit legen

•    gegebenenfalls Verschlüsse ändern lassen (z.B. Reiß- oder Klettverschluss statt Knopf)

•    Möglichkeiten schaffen, die es  Ihrem Angehörigen ermöglichen, seine Kleidung selbst auszuwählen. Hilfreich kann hier sein, darauf zu achten, dass immer nur die Kleider zur Auswahl stehen, die jahreszeitlich passend sind

•    Vorlieben Ihres Angehörigen beachten. Warum sollten von einem Lieblingskleidungsstück nicht mehrere Exemplare vorhanden sein?
Denken Sie immer auch daran, dass Kleidung mehr ist als das Bedecken des Körpers: Helfen Sie Ihrem Angehörigen, sich schön zu kleiden, wenn er Wert darauf legt, und sparen Sie hier auch nicht mit Ermutigung oder Komplimenten.

Oft verschwiegen: Inkontinenz

Der Verlust der Kontrolle über Urin- und Stuhlausscheidung gehört zu den Symptomen der fortgeschrittenen Demenz. Wenn es bereits früher zu Problemen kommt, sollten Sie auf folgendes achten:

•    Stellen Sie sicher, dass die Toilette für Ihren Angehörigen jederzeit gut zu finden ist. Eine scheinbare Inkontinenz kann ihre Ursache darin haben, dass der Mensch mit Demenz das „stille Örtchen“ einfach nicht rechtzeitig erreicht.

•    Prüfen Sie, ob Ihr Angehöriger problemlos die entsprechenden Kleidungsverschlüsse öffnen kann.

•    Erinnern Sie Ihren Angehörigen ggf. daran, auf die Toilette zu gehen, oder fügen Sie regelmäßige Toilettengänge in den Tagesablauf ein.

•    Achten Sie auch auf bestimmte Verhaltenszeichen wie Unruhe oder Nesteln an der Kleidung: Diese können ein Hinweis darauf sein, dass der Mensch mit Demenz ein dringendes Bedürfnis verspürt, dies aber nicht mehr richtig einordnen kann.

Sollte die Inkontinenz trotzdem weiter bestehen, konsultieren Sie den Arzt. Er wird abklären, ob die Situation eine Folge der Demenz ist oder ob ein anderes medizinisches Problem besteht. Vom Arzt erhält man auch das Rezept für die benötigten Inkontinenzmaterialien.

Miteinander unterwegs

Einen Großteil unseres Lebens verbringen wir außer Haus. Im Alter oder bei Demenz kann das Unterwegssein mühsam werden. Natürlich macht es keinen Sinn, Ihren Angehörigen zu zwingen, nach draußen zu gehen, wenn Sie wahrnehmen, dass dies ihm keine Freude bereitet. Aber gleichzeitig gilt: Nur noch zu Hause zu bleiben, ist eine große Verarmung des Alltags. Und es gibt keinen Grund, warum nicht auch Menschen mit Demenz weiterhin am öffentlichen Leben teilnehmen können.

In der Öffentlichkeit sind es häufig die Reaktionen der anderen, die Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen entmutigen und ihnen jede Lust nehmen, etwas zu unternehmen: Die Blicke und die Bemerkungen hinter vorgehaltener Hand in Situationen, in denen sich der Mensch mit Demenz nicht so verhält, wie es gesellschaftlichen Regeln entspricht.

Soweit es möglich ist, legen Sie sich hier ein dickes Fell zu. „Die anderen müssen das eben ertragen!“ sagte der Ehemann einer demenzkranken Dame, die im Restaurant begann, mit den Fingern zu essen. Ein wichtiges Element einer demenzfreundlichen Gesellschaft ist die Toleranz, und die müssen viele Menschen noch lernen.

Um sich selbst und Ihren Angehörigen zu schützen, können Sie etwas tun. Indem Sie zum Beispiel, wenn Sie unterwegs sind, noch weitere Begleitpersonen mitnehmen. Immer mehr werden auch spezielle Freizeitaktivitäten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen angeboten. In einer solchen Gruppe können Sie unterwegs sein, ohne sich Sorgen machen zu müssen. Fragen Sie gegebenenfalls in der örtlichen Beratungsstelle nach solchen Angeboten.

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