Die Geschichte der Woche

Nicht nur für Menschen mit Demenz: Die schönsten Geschichten aus der Buchreihe "Sprichwort-Geschichten". Empfohlen von der Stiftung Lesen.

Der Topfgucker
Franz und Hedwig hatten sehr früh geheiratet. Nicht zuletzt weil Hedwig mit Max schwanger war. Ein Glück war für die beiden, dass sie zunächst ins Haus von Hedwigs Eltern ziehen konnten.

Franz als frischgebackener Schneidergeselle verdiente nämlich erst einmal nur wenig Geld. Jeder Pfennig, den Franz heimbrachte, wurde zweimal umgedreht.

Zu essen gab es oft Dampfnudeln. Das war Franz Leibgericht und Dampfnudeln kosteten nicht viel. Allerdings wurden die Dampfnudeln nicht immer rund und luftig, sondern klein und fest wie Gummibälle, weil Franz heimlich und ungeduldig in den Topf schaute und so der Dampf entwich. „Dampfnudeln sind kein Gericht für neugierige Topfgucker!“ rief Hedwigs Mutter dann gerne aus, denn Hedwigs Vater hatte sich von seinem Schwiegersohn im Topfgucken anstecken lassen. Energisch scheuchte Hedwigs Mutter die Männer aus der Küche.

Nach zwei Jahren hatten Franz und Hedwig genug gespart, um endlich in eine eigene und sehr kleine Mansarden-Wohnung zu ziehen. Zum Einzug schenkte ihnen Hedwigs Mutter ein Spruchbild, das noch heute in ihrer Küche hängt und das sie an die lange Zeit des Wartens auf die eigene Wohnung erinnert:

Eigener Herd ist ....

... Goldes Wert.

 

Aus dem Buch:
Die schönsten Sprichwort-Geschichten rund um Haus und Hof.
Linus Paul
80 Seiten

 

 

 
 

Eingestellt von Christian Jungermann um 07:00

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