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Was tun wenn jemand mit Demenz unruhig ist? Tipps für Angehörige

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Es ist einer der belastendsten Momente im Alltag mit Demenz: Der Angehörige ist sichtbar unruhig, läuft umher, findet keine Ruhe, ist agitiert oder ängstlich – und man weiß nicht, was zu tun ist. Beruhigungsversuche helfen nicht, Ablenkung funktioniert nicht, und die eigene Erschöpfung wächst.

Unruhe bei Demenz hat viele Gesichter. Und sie hat fast immer eine Ursache – auch wenn die sich nicht immer sofort erschließt. Dieser Beitrag erklärt, was hinter Unruhe bei Demenz steckt und was wirklich helfen kann.

Warum Menschen mit Demenz unruhig werden

Unruhe bei Demenz ist kein Zufall und kein „Tick" – sie ist fast immer Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses oder einer Überforderung. Das Problem: Wer nicht mehr gut kommunizieren kann, zeigt Bedürfnisse durch Verhalten. Unruhe ist dann eine Sprache, keine Störung.

Die häufigsten Auslöser sind körperliche Ursachen – Schmerzen, Hunger, Durst, Harndrang, Erschöpfung oder Medikamentennebenwirkungen. Diese sollten immer zuerst ausgeschlossen werden. Daneben spielen psychische Ursachen eine große Rolle: Angst, Orientierungslosigkeit, das Gefühl von Kontrollverlust, das Erleben von etwas Unbekanntem oder Bedrohlichem.

Auch Unterforderung kann Unruhe auslösen. Menschen mit Demenz brauchen Beschäftigung und sinnvolle Aktivität – wenn der Tag keine Struktur hat und nichts passiert, entsteht innere Unruhe die sich nach außen entlädt. Ebenso kann Überforderung durch zu viele Reize, laute Umgebungen oder anspruchsvolle Anforderungen zu agitiertem Verhalten führen.

Die Tageszeit spielt ebenfalls eine Rolle: Das sogenannte „Sundowning" – eine Zunahme von Unruhe und Verwirrtheit am späten Nachmittag und Abend – ist bei Demenz weit verbreitet und hat neurologische Ursachen.

Was bei Unruhe hilft – und was eher nicht

Ruhig bleiben und nicht argumentieren

Der wichtigste Tipp zuerst: Nicht versuchen, die Unruhe durch Erklärungen oder Argumente aufzulösen. „Du musst dich jetzt beruhigen" oder „Das ist doch alles in Ordnung" helfen nicht – weil Menschen mit Demenz die Realität der Angehörigen gerade nicht erreichen. Was hilft, ist die eigene Ruhe. Eine ruhige Stimme, langsame Bewegungen, körperliche Nähe wenn erwünscht – das reguliert oft mehr als jedes Wort.

Körperliche Ursachen ausschließen

Bevor andere Strategien versucht werden: Ist die Person vielleicht durstig, hat Hunger, Schmerzen oder muss auf die Toilette? Gerade Menschen im mittleren und fortgeschrittenen Stadium können diese Bedürfnisse nicht mehr klar kommunizieren. Ein Glas Wasser anbieten, eine Toilettenrunde einlegen oder nach Schmerzen fragen – das klingt banal, löst aber überraschend oft das Problem.

Bewegung anbieten

Wer innerlich unruhig ist, braucht oft körperliche Bewegung. Ein kurzer Spaziergang – auch nur im Flur oder Garten – kann helfen, die innere Anspannung abzubauen. Dabei muss nicht viel gesprochen werden. Einfach gehen, nebeneinander, in ruhigem Tempo.

Musik einsetzen

Musik ist eines der wirksamsten Mittel gegen Unruhe bei Demenz – das ist gut belegt. Vertraute Melodien aus der eigenen Lebenszeit aktivieren das emotionale Gedächtnis und können Stimmungen direkt beeinflussen. Das Entscheidende: Die Musik muss vertraut sein. Unbekannte Musik oder zu laute Beschallung kann Unruhe verstärken statt lindern.

Die SingLiesel-Soundbücher sind für genau diese Situationen gemacht. Ein einfacher Knopfdruck spielt bekannte Volkslieder, Kirchenlieder oder Schlager ab – ohne Technik, ohne Strom, ohne Erklärungsbedarf. Viele Angehörige berichten, dass schon die ersten Takte eines vertrauten Liedes die Stimmung sichtbar verändern: Schultern sinken, der Atem wird ruhiger, manchmal beginnt das Mitsingen.

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Einfache Beschäftigung anbieten

Unruhe entsteht oft aus Unterforderung – aus dem Gefühl, nichts zu tun zu haben, nicht gebraucht zu werden, keinen Platz im Moment zu haben. Eine einfache, vertraute Beschäftigung kann das ändern. Wichtig dabei: Die Beschäftigung muss sofort zugänglich sein, ohne Erklärungsaufwand, und darf nicht überfordern.

Die SingLiesel-Gelingt-immer-Puzzles sind dafür besonders gut geeignet: vier Teile, die in jeder beliebigen Kombination ein stimmiges Bild ergeben. Keine falsche Lösung möglich, kein Scheitern denkbar – aber eine sichtbare, händische Aufgabe, die Hände und Aufmerksamkeit beschäftigt. Das allein kann Unruhe deutlich reduzieren.

Auch Malvorlagen mit klaren, großen Motiven eignen sich: Hinsetzen, ausmalen, keine Erwartung an Ergebnis oder Geschwindigkeit. Die Bewegung der Hand und die Konzentration auf eine einfache Aufgabe haben eine beruhigende Wirkung.

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Vertraute Gegenstände und Rituale nutzen

Ein vertrauter Gegenstand – ein bestimmtes Kissen, eine alte Handtasche, ein Foto – kann Orientierung und Sicherheit geben. Ebenso helfen vertraute Rituale: eine bestimmte Tasse Tee zu einer bestimmten Zeit, ein immer gleicher Ablauf am Abend. Rituale geben Halt wenn die eigene Orientierung nachlässt.

Die Umgebung beruhigen

Laute Fernseher, viele Menschen gleichzeitig, helle Beleuchtung und viele Gesprächsfetzen gleichzeitig – das alles kann Unruhe verstärken. Ruhigere Umgebung, gedimmtes Licht, weniger Geräusche im Hintergrund helfen vielen Menschen mit Demenz in unruhigen Phasen deutlich mehr als aktive Interventionen.

Sundowning: Warum die Abendstunden besonders schwierig sind

Viele Angehörige berichten, dass Unruhe besonders am späten Nachmittag und frühen Abend auftritt. Dieses Phänomen – Sundowning – ist typisch für Demenz und hat neurologische Hintergründe. Der innere Rhythmus des Gehirns ist gestört, Licht und Dunkelheit werden falsch verarbeitet, die Erschöpfung des Tages baut sich ab.

Für die Abendstunden gilt besonders: Reize reduzieren, vertraute Musik spielen, einfache Beschäftigung anbieten. Auch ein kleiner Spaziergang am frühen Nachmittag – noch vor dem Einsetzen der Unruhe – kann das abendliche Muster positiv beeinflussen. Das Sundowning lässt sich selten vollständig verhindern, aber durch Routine und die richtigen Strategien deutlich abmildern.

Was Angehörige für sich selbst tun können

Unruhe bei Demenz ist auch für Angehörige extrem belastend. Wer täglich mit agitiertem, ängstlichem oder rastlosem Verhalten konfrontiert ist, braucht selbst Entlastung. Das ist keine Schwäche, sondern Notwendigkeit.

Konkret hilft: Regelmäßige kurze Auszeiten – auch nur 15 Minuten – aktiv einzuplanen. Sich mit anderen Angehörigen auszutauschen, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe. Professionelle Unterstützung durch einen Pflegedienst oder eine Tagespflege in Betracht zu ziehen. Und zu akzeptieren, dass nicht jede Unruhephase gelöst werden kann – manchmal ist Begleiten und Aushalten das Beste, was möglich ist.

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Häufige Fragen

Warum werden Menschen mit Demenz unruhig?

Unruhe bei Demenz hat fast immer eine Ursache: körperliche Beschwerden wie Schmerzen, Hunger oder Durst, psychische Faktoren wie Angst oder Orientierungslosigkeit, Unter- oder Überforderung durch die Umgebung oder neurologische Veränderungen durch die Erkrankung selbst. Unruhe ist Ausdruck eines Bedürfnisses, nicht Absicht – das zu verstehen ist der erste wichtige Schritt.

Was hilft am schnellsten bei Unruhe und Demenz?

Musik ist in vielen Fällen das wirksamste und schnellste Mittel. Vertraute Melodien aus der eigenen Lebenszeit – Volkslieder, Schlager, Kirchenlieder – können die Stimmung innerhalb von Minuten verändern. Daneben helfen körperliche Nähe, ruhige Sprache, ein kurzer Spaziergang oder eine einfache händische Beschäftigung wie Puzzeln oder Ausmalen.

Was ist Sundowning bei Demenz?

Sundowning bezeichnet die Zunahme von Unruhe, Verwirrtheit und agitiertem Verhalten am späten Nachmittag und frühen Abend – ein häufiges Phänomen bei Demenz. Die Ursachen liegen in der neurologischen Veränderung des inneren Rhythmus. Hilfreich sind Reizreduktion, vertraute Musik, frühe körperliche Aktivität am Nachmittag und eine gleichbleibende Abendroutine.

Wann sollte man bei Unruhe und Demenz einen Arzt aufsuchen?

Wenn Unruhe plötzlich und stark zunimmt, vor allem in Kombination mit Verwirrtheit, Fieber oder anderen körperlichen Symptomen, sollte ärztlicher Rat gesucht werden. Plötzliche Veränderungen im Verhalten können auf einen Harnwegsinfekt, Schmerzen oder andere behandelbare körperliche Ursachen hinweisen. Auch wenn die Unruhe dauerhaft sehr belastend ist und durch keine Strategie gemildert werden kann, ist ein Gespräch mit dem Hausarzt oder einer Demenzambulanz sinnvoll.